Kreative Spuren #002 – Der Steampunk-Schädel

von | Juni 15, 2026 | Kreative Spuren | 0 Kommentare

Custom Wall Art: Die wahre Geschichte hinter dem Steampunk Schädel

 

Das Verrückte an diesem Steampunk Schädel ist:
Wenn du genau hinsiehst, zeigt dieses Kunstwerk Menschen und Geschichten,
die auf der Oberfläche gar nicht zu sehen sind.

Jahrelang dachte ich, dieses Artwork handelt von Rost.

Von Metall und Zahnrädern.

Von Airbrush-Techniken, die ich damals ausprobiert habe.

Eigentlich logisch.

Schließlich besteht das komplette Design aus genau diesen Dingen.

Zumindest dachte ich das.

Vor ein paar Tagen blieb mein Blick wieder daran hängen.

Und plötzlich fiel mir etwas auf, das ich 2021 beim Malen des Steampunk Schädel überhaupt nicht gesehen hatte.

Ich sah keinen Rost mehr.

Keine Metallstruktur oder Schablonen die ich damlas verwendete.

Ich sah Menschen.

Einen Workshop in Hamburg und ein altes Buch in meinem Regal.

Kaffeebecher auf Werkbänken.

Gespräche, die längst vergessen schienen, mit Kollegen, die über die Jahre zu Freunden wurden.

Komisch eigentlich.

Denn von all dem ist auf dem Artwork nichts zu sehen.

Und trotzdem steckt es darin.

Vielleicht ist das überhaupt das Merkwürdige an kreativen Arbeiten.

Während wir sie erschaffen, glauben wir oft, wir würden ein Motiv malen.

Einen Schädel, Fantasyfiguren oder banale Dinge des Alltags..

Jahre später merkt man manchmal, dass es nie nur darum ging.

Heute glaube ich, dieser Steampunk-Schädel erzählt eine ganz andere Geschichte.

Eine Geschichte, die viele Jahre vor seiner Entstehung begonnen hat.

Steampunk Schädel Detail Auschnitt

Wie ein Buch zur „Bibel“ wurde

Und wenn ich diesen Gedanken weiterverfolge, lande ich fast automatisch bei einem Buch in meinem Regal.

Eigentlich ist „Regal“ schon fast das falsche Wort.

Die meiste Zeit lag dieses Buch dort, wo gearbeitet wurde.

Auf Werkbänken, direkt neben meinen Airbrush-Pistolen.

Zwischen Skizzen, Schleifpapier und Kaffeebechern.

Die Ecken sind abgestoßen.

Manche Seiten haben gelitten.

Hier und da klebt noch irgendwo Farbe zwischen den Blättern.

Genau so sehen Bücher aus, die benutzt wurden.

Nicht als Sammlerstück zur Dekoration, sonder benutzt.

Es ist das Buch Cheap Tricks & Special FX von Craig Fraser.

Wer sich länger mit Airbrush beschäftigt, kennt den Namen wahrscheinlich.

Craig Fraser gehörte für mich nie zu den Künstlern, die man kopieren wollte.

Dafür waren seine Arbeiten viel zu eigenständig.

Was mich faszinierte, war etwas anderes.

Die Denkweise dahinter.

Die Suche nach einfachen Lösungen für komplexe Effekte.

Die Idee, dass eine gute Lösung oft eleganter ist als stundenlange Perfektion.

Manche Künstler begleiten einen ein paar Wochen.

Andere verschwinden wieder.

Und dann gibt es die wenigen, die über Jahrzehnte immer wieder auftauchen.

Craig Fraser gehört für mich zu dieser zweiten Kategorie.

Komisch eigentlich.

Denn wenn ich heute an ihn denke, erinnere ich mich nicht zuerst an seine Bilder.

Ich lande gedanklich in Hamburg. Direkt im Jahr 2009.

Das “Airbrush Step by Step Magazin” hatte damals einen Workshop mit ihm organisiert und ich war dabei.

Wenn mich heute jemand fragen würde, welche einzelnen Techniken dort gezeigt wurden,
könnte ich wahrscheinlich nicht mehr alles aufzählen.

Die Erinnerung funktioniert anders.

Geblieben sind nicht die Arbeitsschritte sondern die Atmosphäre.

Die Gespräche mit Menschen und der Blick über die Schulter eines anderen Künstlers.

Diskussionen in den Pausen.

Das Gefühl, plötzlich in einem Raum voller Menschen zu stehen, die dieselbe Begeisterung teilen.

Damals hätte ich wahrscheinlich gesagt, dass ich wegen des Wissens dort war.

Heute würde ich sagen, dass ich wegen der Menschen dort war.

Ohne zu der Zeit bewusst darüber nachzudenken.

Vielleicht ist das überhaupt das Geheimnis vieler kreativer Entwicklungen.

Wir glauben, wir lernen Techniken.

In Wirklichkeit übernehmen wir Denkweisen.

Wir beobachten, wie andere Probleme lösen.

Wie sie arbeiten und wie sie auf Ideen kommen.

Und irgendwann fließt ein Teil davon unbemerkt in die eigene Arbeit ein.

Denn während ich das schreibe, wird mir klar,
dass genau solche Räume schon lange Teil meines eigenen Weges waren.

Nicht in Hamburg.

Sondern in meiner eigenen Werkstatt.

Kreative Spuren #002 – Der Steampunk-Schädel 1 Steampunk Schädel

Das Customtreffen: Wo Airbrush-Malerei auf echtes Blech trifft

Von 2007 bis 2019 haben ein Kollege und ich jedes Jahr unser Custom Treffen organisiert.

Nicht in einem Kongresszentrum oder einem Hotel.

Sondern direkt dort, wo gearbeitet wurde.

In der Werkstatt.

Wenn ich heute daran denke, sehe ich keine Veranstaltungspläne.

Ich sehe Kaffeebecher auf Werkbänken.

Ich rieche Lack uind höre Gespräche.

Jemand erklärt gerade eine Technik.

Ein paar Meter weiter diskutieren andere über Klarlacke.

Im Hintergrund läuft Musik.

Und irgendwo wird garantiert über ein Detail gesprochen, das Außenstehende für völlig verrückt halten würden.

Das Interessante ist: Die Idee für diese Treffen entstand ursprünglich in einem Airbrush-Forum.

Viele Airbrusher arbeiteten damals auf speziellem Airbrush-Papier oder Fotokarton.

Das ist eine eigene Welt.

Die Custom-Lackierung ist aber noch einmal etwas anderes.

Denn dort wird nicht auf Papier gearbeitet.

Sondern auf Blech.

Auf Tanks oder Fahrzeugteilen.

Auf Oberflächen, die später geschliffen, lackiert und mit Klarlack versiegelt werden.

Einige fanden diesen Gedanken spannend.

Wie fühlt es sich an, auf einem echten Lackieruntergrund zu arbeiten?

Was verändert sich?

Worauf muss man achten?

Und genau daraus entstand irgendwann die Idee für das Treffen.

Ein Wochenende gemeinsam arbeiten und verschiedene Techniken ausprobieren.

Fragen stellen und voneinander lernen.

Das Highlight war am Sonntag.

Dann wurden die Werkstücke der Teilnehmer von mir mit Klarlack versiegelt.

Für mich als Fahrezuglackierer ein ganz normaler Arbeitsschritt.

Aber für viele war es das erste Mal, die eigene Arbeit genau so zu sehen,
wie sie später auch auf einem Fahrzeug unter Klarlack aussehen würde.

Und ich glaube, genau das machte einen Teil der Faszination aus.

Natürlich ging es um Techniken und Tricks aus dem Bereich der Airbrush-Malerrei.

Aber mindestens genauso wichtig war es, drei Tage mit Menschen zu verbringen,
die dieselbe Begeisterung teilen.

Freitag ankommen.

Sonntag nach Hause fahren.

Und dazwischen entstanden oft die besten Ideen.

Nicht während eines offiziellen Programmpunkts.

Sondern irgendwo zwischen Kaffee, Werkzeug und einem zufälligen Gespräch.

Kreative Spuren #002 – Der Steampunk-Schädel 2 Steampunk Schädel
Kreative Spuren #002 – Der Steampunk-Schädel 3 Steampunk Schädel
Kreative Spuren #002 – Der Steampunk-Schädel 4 Steampunk Schädel

Einblicke in das Customtreffen aus dem Jahr 2018

2020 kam der Bruch

Plötzlich wurden Treffen abgesagt, Veranstaltungen verschwanden.

Vieles, was selbstverständlich gewesen war, war plötzlich nicht mehr möglich.

Und doch verschwinden solche Dinge nie ganz.

Manche Ideen warten einfach.

Sie ziehen sich zurück.

Und tauchen Jahre später wieder auf.

Inzwischen planen wir tatsächlich wieder eine Neuauflage unseres Treffens.

Auch das fühlt sich ein wenig an wie eine kreative Spur.

Etwas, das nie wirklich verschwunden war.

Vielleicht musste ich gerade deshalb an all das denken,
als ich den Steampunk-Schädel wieder anschaute.

Denn dieses Werk entstand 2021.

Mitten in einer Zeit, in der vieles stillstand.

Zumindest nach außen.

In der Werkstatt war das anders.

Dort wurde weiter ausprobiert und an Ideen gearbeitet.

Die Entstehung: Wie das Steampunk Artwork auf Alu-Dibond Gestalt annahm

Als der Steampunk-Schädel 2021 entstand, war ein Airbrush-Kollege für ein Wochenende zu Besuch.

Wir verbrachten viel Zeit in der Werkstatt, probierten Dinge aus,
redeten über Techniken und experimentierten mit verschiedenen Ideen.

Damals hatte ich einen ziemlichen Narren an Rosteffekten gefressen.

An gealterten Oberflächen und Metallstrukturen und an allem, was aussah,
als hätte es bereits eine Geschichte hinter sich.

Parallel dazu hatte ich wieder einige ältere Videos von Craig Fraser angeschaut.

Darin tauchten immer wieder Industrial-Elemente und Steampunk-Einflüsse auf.

Nicht als Vorlage, eher als Inspiration.

Wie ein Gedanke, der irgendwo hängen bleibt und Wochen oder Monate später plötzlich wieder auftaucht.

Mich faszinierte dabei vor allem die Art, wie solche Motive aufgebaut werden.

Auf den ersten Blick wirken sie unglaublich komplex.

Zahnräder, Bleche, Nieten, Rost und Schatten scheinen sich zu einem riesigen technischen Puzzle zusammenzufügen.

Kreative Spuren #002 – Der Steampunk-Schädel 5 Steampunk Schädel

Schaut man genauer hin, besteht alles aus einzelnen Ebenen, die nach und nach aufgebaut werden,
bis daraus etwas entsteht, das deutlich aufwendiger aussieht, als es tatsächlich ist.

Vielleicht war es genau das, was mich damals angesprochen hat.

Denn wenn ich an das Jahr 2021 zurückdenke, erinnere ich mich an eine Zeit,
in der überall Diskussionen liefen und Informationen von allen Seiten auf einen einprasselten.


Jeder hatte eine Meinung und versuchte, sich seinen eigenen Reim auf die Welt zu machen.

Manches wirkte kompliziert, manches widersprüchlich und einiges einfach nur anstrengend.

Nicht ohne Grund taufte ich diesen Steampunk Schädel damals mit dem Titel:

„Kopfschmerzen“.

Heute glaube ich, dass ein Teil der damaligen Stimmung ganz unbewusst in das Artwork eingeflossen ist.

Nicht als Botschaft oder Statement, sondern als Momentaufnahme.
Als ein Gefühl, das in dieser Zeit einfach da war.

Aus all diesen Eindrücken entstand schließlich der Steampunk-Schädel.

Nicht komplett geplant und bis ins letzte Detail durchkonstruiert.

Er entwickelte sich während der Arbeit, Schicht für Schicht, genau wie viele andere Projekte auch.

Und vielleicht ist das der Grund, warum ich heute etwas anderes sehe, wenn ich dieses Bild betrachte.

Ich sehe nicht mehr nur Rost, Metall und Zahnräder.

Ich sehe ein abgegriffenes Buch auf einer Werkbank und einen Workshop in Hamburg.

Ich erinnere mich an Menschen, die ihr Wissen geteilt haben, Kollegen, die zu Freunden wurden,
und Gespräche, die irgendwo zwischen Kaffee, Werkzeug und Kreativität entstanden sind.

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger erscheint mir dieses Bild wie ein einzelnes Artwork.

Es wirkt eher wie eine Sammlung von Spuren.

Spuren von Menschen, Begegnungen, Ideen und Erfahrungen, die sich über viele Jahre angesammelt haben
und irgendwann ihren Weg in dieses Motiv gefunden haben.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Steampunk-Schädel heute für mich in die Kategorie „Kreative Spuren“ gehört.

Der Schädel ist das, was man auf den ersten Blick sieht.

Die eigentliche Geschichte liegt darunter.

Steampunk Airbrush Kunst by Daniel Schubert

Beispielansicht des Artworks als Custom Wall Art im Raum

Dieses Motiv erscheint als Art Panel auf Alu-Dibond.
Das Artwork „Kopfschmerzen“ ansehen.

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