Dark Art für die Wand: Die Evolution eines Fantasy-Werwolf Artworks
F*ck.
Eigentlich müsste ich dieses Bild von meiner Website löschen.
Das war zumindest mein erster Gedanke.
Ich hatte gerade die alte Werwolf-Datei geöffnet.
Ein Bild, das ich vor vielen Jahren erstellt hatte und das lange Zeit sogar bei mir im Eingangsbereich hing.
Gemalt in Airbrush-Technik auf einer Alu-Dibond Platte, versiegelt mit Klarlack.
Damals fand ich es gut.
Heute sehe ich sofort die Dinge, die ich anders machen würde.
Die Anatomie, Perspektive und einige Details im Gesicht.
Dieses Gefühl kennst du vielleicht.
Man findet etwas wieder, auf das man einmal stolz war.
Und plötzlich denkt man:
“Moment mal … das habe ich wirklich veröffentlicht?”
Gleichzeitig steckt da noch etwas anderes drin.
Denn wenn ich ehrlich bin, geht es bei diesem Artwork gar nicht nur um einen Werwolf.
Die Geschichte beginnt deutlich früher.
Ungefähr vor drei Jahrzehnten.
Von der Kinderzimmer-Tapete zum XXL Fantasy-Projekt
Damals war ich fasziniert von einer Figur aus dem Film Turtles II – Das Geheimnis des Ooze.
Ob das nun wirklich ein Werwolf war oder eher irgendetwas Werwolfähnliches, schau diesen Auschnitt an und entscheide selbst.
Was ich aber weiß:
Ich fand das Ding damals einfach verdammt cool.
Und irgendwann kam der Gedanke:
“Den male ich jetzt.”
Nicht auf DIN A4.
Auch nicht in ein Skizzenbuch.
Sondern in Lebensgröße.
Warum?
Keine Ahnung.
Wahrscheinlich weil man mit zwölf noch nicht lange darüber nachdenkt, ob etwas realistisch ist.
Man macht es einfach.
Also brauchte ich eine große Fläche.
Eine Leinwand hatte ich nicht.
Also hing irgendwann eine Tapetenrolle in meinem Kinderzimmer.
Direkt gegenüber der Tür.
Heute würde man wahrscheinlich erstmal recherchieren.
Videos schauen.
Tutorials suchen.
Sich erklären lassen, wie man so etwas richtig macht.
Damals gab es das alles nicht.
Kein YouTube.
Keine Tutorials.
Keine KI und auch kein Pinterest.
Nur ein paar Referenzen aus Zeitungen und Büchern und meine Vorzeichnungen.
Dann meine Wassermalfarben.
Und die Überzeugung, dass das schon irgendwie funktionieren wird.
Also fing ich an, Stück für Stück.
Jeden Tag einige Pinselstriche mehr.
Der Werwolf wurde größer.
Bekam mehr Details.
Mehr Fell.
Mehr Zähne.
Mehr von allem.
Und mit jeder Woche nahm das Ding mehr Platz an der Wand ein.
Wenn ich heute darüber nachdenke, war das vermutlich eines meiner ersten echten XXL-Projekte.
Damals hätte ich das natürlich nie so genannt.
Ich wollte einfach nur einen verdammt großen Werwolf malen.
Irgendwann war er fertig.
Zumindest dachte das jeder andere.
Meine Familie fand ihn großartig.
Besuch blieb davor stehen.
Es gab Lob und Anerkennung.
Eigentlich alles, was man sich als Zwölfjähriger wünschen könnte.
Der Werwolf hing ungefähr zwei Wochen an der Wand.
Dann verschwand er….
Nein, er wurde mir nicht geklaut oder so.
Und auch nicht versehentlich beschädigt.
Ich habe ihn selbst zerstört.
Ich erinnere mich noch daran, wie ich vor diesem Bild stand und plötzlich nur noch die Fehler sah.
Vor allem die Hände.
Die Anatomie.
Dinge, die wahrscheinlich niemandem sonst aufgefallen wären.
Oder vielleicht wollte sie mir einfach niemand sagen.
Mir waren sie jedenfalls sofort ins Auge gesprungen.
Meine Familie stand mit mir vor dem Bild und versuchte mir einzureden, dass es doch gut geworden sei.
Meine Mutter ahnte vermutlich schon anhand meines Blickes, wohin die Reise gehen würde.
Zu spät.
Ich riss die Tapetenrolle von der Wand.
Zerknüllte sie.
Trat darauf herum.
Heute denke ich mir:
Ganz schön dramatisch für einen Zwölfjährigen.
Damals fühlte es sich vollkommen logisch an.
Mein Vater versuchte noch, mich davon abzuhalten.
Ohne Erfolg.
Als ich mich irgendwann wieder beruhigt hatte, blickte ich in ziemlich entsetzte Gesichter.
Und dann stellte mein Vater eine Frage, die mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist.
“Warum hast du die Tapete nicht einfach zusammengerollt und aufgehoben?”
Damals verstand ich die Frage überhaupt nicht.
Warum sollte man etwas aufheben, das offensichtlich nicht gut genug war?
Heute verstehe ich sie.
Vielleicht sogar besser als damals.
Denn genau deshalb habe ich später fast alle Zeichnungen, Skizzenbücher und Entwürfe aufgehoben.
Irgendwann merkt man, dass alte Arbeiten nicht nur zeigen, was man noch nicht konnte.
Sondern auch, wie weit man gekommen ist.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum Werwölfe mich nie wirklich losgelassen haben.
Nicht wegen Horrorfilmen.
Viele denken bei Werwölfen sofort an Horror.
War nie so richtig meine Welt.
Monster fand ich spannend.
Fantasy auch.
Aber Horror allein war es nie.
Wahrscheinlich war es eher diese Mischung aus Faszination, Atmosphäre und Veränderung.
Damals lag irgendwo Stephen Kings Der Werwolf von Tarker Mills herum.
Die Illustrationen.
Die Stimmung.
Diese düsteren Bilder, die mehr andeuteten als erklärten.
Später kamen Filme dazu.
Fantasy.
Comics.
Zeichnungen.
Und irgendwie tauchten Werwölfe immer wieder auf.
Nicht ständig, aber regelmäßig.
Als würden sie mir von Zeit zu Zeit über den Weg laufen.
Viele Jahre später entstand dann die erste Werwolf-Version, die tatsächlich den Weg an die Öffentlichkeit fand.
Ein Airbrush auf Aluminium-Dibond.
Die Version von 2015
Für die damalige Zeit war ich schon verhalten stolz darauf.
Und das auch völlig zurecht.
Das Artwork hing lange im Eingangsbereich meiner Werkstatt.
Viele Besucher sahen es.
Viele fanden das Werk gut.
Und trotzdem passierte irgendwann etwas Merkwürdiges.
Jedes Mal, wenn ich daran vorbeiging, blieb mein Blick an denselben Stellen hängen.
Kennst du das?
Du schaust etwas an und spürst sofort:
Da stimmt irgendetwas nicht.
Du kannst es nicht genau benennen.
Aber du merkst es jedes Mal aufs Neue.
Genau so war es bei mir.
Je länger das Artwork dort hing, desto öfter musste ich an die Geschichte mit der Tapetenrolle denken.
Wieder hing da ein Werwolf an der Wand.
Wieder sahen andere Menschen ein fertiges Artwork.
Und wieder sah ich die Stellen, die mich störten.
Diesmal waren es keine Wassermalfarben mehr.
Keine Tapetenrolle an der Kinderzimmerwand.
Aber das Gefühl war erstaunlich ähnlich.
Das Bild war (mäßig) gut.
Vielleicht fand ich es damals sogar richtig gut.
Heute fällt mein Urteil etwas strenger aus.
Nicht katastrophal.
Aber eben auch nicht das Bild, das ich eigentlich erschaffen wollte.
Und irgendwann wurde mir klar:
Der Werwolf braucht keine neue Version.
Er braucht eine zweite Chance.
Genau dort begann der erste Gedanke über ein Remaster.
Das Remaster: Wenn düstere Tattoo-Atmosphäre auf digitale Präzision trifft
Irgendwann stand die Entscheidung fest:
Der Werwolf bekommt eine zweite Chance.
Nicht als komplett neues Motiv.
Auch nicht als Neuinterpretation.
Sondern als das Artwork, das ich damals eigentlich erschaffen wollte.
Die Grundlage blieb dieselbe.
Der Blick.
Die Stimmung.
Der Nebel.
Der Wald.
Alles das, was mich an dem Motiv ursprünglich fasziniert hatte.
Diesmal hatte ich allerdings Werkzeuge zur Verfügung,
von denen ich als Zwölfjähriger nicht einmal geträumt hätte.
Statt Wassermalfarben kamen das iPad als Zeichentablett und
moderne digitale Malprogramme wie Procreate zum Einsatz.
Plötzlich konnte ich Dinge ausarbeiten, die früher entweder gar nicht möglich gewesen wären oder Wochen gedauert hätten.
Fellstruktur.
Licht.
Atmosphäre.
Anatomie.
Perspektive.
Viele kleine Entscheidungen.
Manche sichtbar.
Manche wahrscheinlich nur für mich.
Und genau das macht für mich den Unterschied zwischen beiden Versionen aus.
Das alte Artwork war der Versuch.
Dieses hier fühlt sich eher nach der Umsetzung an.
Zumindest nach der Umsetzung, die ich damals im Kopf hatte.
Und genau da stehe ich heute.
Der Werwolf ist fertig.
Zumindest fast.
Der erste Probedruck ist bereits bestellt.
Denn am Ende entscheidet sich bei solchen Projekten vieles erst außerhalb des Bildschirms.
Wirken die Farben?
Funktioniert die Stimmung?
Transportiert das Artwork dieselbe Atmosphäre auf Aluminium-Dibond wie auf dem Monitor?
Danach folgen Klarlack, Oberfläche und die letzten Entscheidungen.
Und wie immer zeigt sich erst ganz am Ende, ob alles so funktioniert wie geplant.
Wir werden es sehen.
Vielleicht begleiten mich Werwölfe nicht deshalb seit meiner Kindheit, weil ich Monster mag.
Vielleicht faszinieren sie mich, weil sie für Veränderung stehen.
Für Entwicklung.
Für die Dinge, die in uns stecken, lange bevor wir lernen, sie sichtbar zu machen.
Der Werwolf an meiner Kinderzimmerwand existiert längst nicht mehr.
Dieser hier schon.
Und vielleicht hat er einfach nur dreißig Jahre gebraucht, um endlich fertig zu werden.
Werwolf 2026 – Beispielansicht als Wall Art.
Das nächste Kapitel ist inzwischen sichtbar:
„Wenn das Verborgene erwacht“ als Werwolf-Wandbild auf Alu-Dibond ansehen.
Vom Bildschirm auf Alu-Dibond: Wie das Dark-Art-Airbrushwerk mit Klarlack zum Leben erwacht
Im Moment existiert der Werwolf noch als digitale Version.
Der Probedruck ist bereits bestellt.
Danach folgen die nächsten Schritte:
Aluminium-Dibond.
Klarlack.
Effektlacke.
Und wahrscheinlich noch die ein oder andere kleine Anpassung, die mir erst auffällt, wenn ich das Artwork zum ersten Mal in voller Größe vor mir sehe.
Genau das mag ich an solchen Projekten.
Am Bildschirm sieht vieles gut aus.
Ob es auch als echtes Kunstwerk funktioniert, zeigt sich erst später.
Wenn du verfolgen möchtest, wie es mit dem Werwolf weitergeht, kannst du dich hier in meinen Newsletter eintragen.
Dort teile ich neue Artwork-Projekte, Einblicke hinter die Kulissen und natürlich auch, wenn diese Version später als Custom Wall Art erhältlich wird.
Die Geschichte ist also noch nicht ganz zu Ende.
Eigentlich beginnt gerade erst das nächste Kapitel.
